Family Trends 2021

„2070? Gründe ich ein Tanzstudio auf dem Mond“

Family Trends 2021 – Wie leben wir in 50 Jahren und welche Erkenntnisse können wir für die Gegenwart ableiten? Trendverlag migo aus der Verlagsgruppe Oetinger hat aktuell Kinder, Zukunfts- und Zeitgeistforscher*innen befragt. Sieben zentrale Thesen und Ergebnisse der laufenden migo Umfrage:

 

  1. Es haben noch nie so viele Menschen am Zeitgeist mitgearbeitet. Das ist ein historischer Moment. Die Jugend hat über das Digitale diese Deutungshoheit gewonnen.
  2. Bei den befragten Kindern dominiert das positive Bewusstsein für die Solidarität mit anderen Menschen, eine gesunde Welt, Empathie und Nächstenliebe. Auch im Bereich Technologie sind die Antworten breit, oft zudem von der Sehnsucht nach einem gesunden Planeten geprägt.
  3. Es sind mittel- bis langfristig Tendenzen, dass sich zumindest die Zahl der Singlehaushalte reduzieren wird und auch die Individualisierung zu Gunsten von Familienwerten und Zusammenleben auf kleinerem Raum in urbanen Umfeldern wieder abnimmt.
  4. Wer als Marke und Hersteller dazu beitragen kann, die Welt ein wenig besser zu machen, ist grundsätzlich auch aus Verbrauchersicht und hinsichtlich der nachhaltigen Existenzberechtigung auf einem guten Weg.
  5. Es herrscht ein aktueller Konflikt zwischen Positionsmacht und Ermächtigungsmacht. Man soll Kinder mehr dazu ermächtigen, sich zu entfalten.
  6. Allzu homogene Lebensentwürfe sind schädlich und hindern daran, etwas Neues zu entwickeln.
  7. Die Filterblase wird dominanter, die Nutzung digitaler Medien intensiver.

Soviel vorab ­– die Ergebnisse aus den qualitativen Umfragen unter Kindern stimmen hoffnungsfroh. Im ergänzenden Round-Table-Gespräch mit Zeitgeistforscherin Kirstine Fratz (www.zeitgeistforschung.com), Zukunftsforscher und Trendbüro-Geschäftsführer Ulrich Köhler (www.trendbuero.com) und Zukunftsforscher Kai Gondlach (www.kaigondlach.de) war man sich einig: Wer neue Ideen für die Zukunft gestalten möchte, sollte die Fantasien und Wünsche von Kindern unserer Generation mit einbeziehen. Kinder sind die besseren Entwickler von Zukunftsszenarien. Dabei wollte keines der von Juni bis November befragten Kindern beispielsweise Technik nutzen, um die Weltherrschaft an sich zu reißen und überhaupt dominiert das positive Bewusstsein für die Solidarität mit anderen Menschen, eine gesunde Welt, Empathie und Nächstenliebe. migo hat auf Basis des Titels „Das Zukunftsbuch – Roboter virtuelle Welten und Insekten zum Mittagsessen“ Statements ­von insgesamt mehreren Hundert Kindergarten- und Grundschulkindern eingeholt, unterstützt von Radio Teddy, Familie & co und ASB Westhessen. Die Stimmungen, Sehnsüchte und Trends fließen direkt in die Produktplanung ein.

Wer fragt, bekommt auch (viele) Antworten

„Unsere Aufgabe bei migo ist es, Kinder zu fragen, Trends zu erkennen, sozusagen als ein Anwalt für junge Menschen und gemeinsam mit ihnen Kinderwünsche aufzugreifen und – als ein Ergebnis – mit den richtigen Büchern zu erfüllen. Dabei ist der gemeinsame Nenner stets der Spaß“, so Carmen Udina, Programmleitung von migo, die die top besetzte Runde moderierte. „Das Kinderbild ist ein superspannendes Mosaikbild“, leitet Zukunftsforscher Kai Gondlach ein. Die Erkenntnisse sind entsprechend vielschichtig und gleichzeitig herausfordernd.

Die Welt ein wenig besser zu machen, lohnt sich – für alle

Trendforscher Ulrich Köhler sieht hierbei eine gesellschaftliche Aufgabe für Erwachsene: „Auf die Wünsche und Sehnsüchte der Kinder hinsichtlich der Ausgestaltung der Zukunft wird nicht genug eingegangen. Wer als Marke und Hersteller dazu beitragen kann, die Welt ein wenig besser zu machen, ist grundsätzlich auch aus Verbrauchersicht und hinsichtlich der nachhaltigen Existenzberechtigung auf einem guten Weg.“ Es gebe eine Art Altersdiskriminierung, betont Zukunftsforscher Kai Gondlach: Zu oft hieße es, wer noch keine Lebenserfahrung habe, hätte auch keine Ahnung. „Diese Causalität passt nicht!“ Und Zeitgeistforscherin Kirstine Fratz sieht einen aktuellen Konflikt zwischen „Positionsmacht und Ermächtigungsmacht. Man soll Kinder mehr dazu ermächtigen, sich zu entfalten. Wer wissen möchte, wie die Erwachsenen von morgen ticken, muss wissen, welche Faktoren künftig den Status ausmachen, denn wir alle suchen – auch in Zukunft – nach Anerkennung.“ Dabei hätten sich die Wünsche an die Zukunft verändert und „einen großen Einfluss auf alle Bereiche unseres Lebens“.

Faszinierend vielfältige, konventionelle und unkonventionelle Wünsche und Fantasien 

Zum Lifestyle zählt auch in 50 Jahren sicher das Thema Reisen, verbunden mit der Frage an die Kinder, wohin sie in der Zukunft reisen möchten und was sie dort machen würden? Die Antworten sind vielfältig, und vermutlich vom Elternhaus, weiteren mittlerweile tendenziell genderfreien Vorbildern sowie dem Erfahrungs- und Bildungsumfeld geprägt. Merle (X) will mit der Rakete zum Mond, Mars, Jupiter und Pluto und von dort Proben und Bärtierchen mitbringen. Viele möchten einfach zu Hause bleiben, ihre (in einem Fall syrische) Familie besuchen, Emily (7) auf den Mond, um ein Tanzstudio zu eröffnen und andere beispielsweise an den einzigen Ort, an dem es geschützte Delfine gibt. Auch im Bereich Technologie sind die Antworten breit, oft zudem von der Sehnsucht nach einem gesunden Planeten geprägt: Es gibt in Zukunft eine Maschine, die einkaufen geht und die Luft sauber macht, Elon Musk hat Batterien erfunden, die Menschen im Kopf haben und dadurch nicht mehr krank werden. Und was essen die Menschen in 50 Jahren? Das steht Traditionelles auf dem Tisch: Fleisch, Gemüse, Wurst, Käse und Tortelliniauflauf, so eine Antwort.

„Sehnsucht setzt sich über bestehende Formen hinweg, wodurch Sog entsteht und Grenzen ausgehebelt werden“, erklärt Fratz das Potenzial, das Kinder ohne Konditionen besitzen. Die Frage sei, so Trendbüro-Chef Ulrich Köhler, „wo wir die zum Teil tollen Ideen im Laufe der Bildungsphase verlieren“? Man müsse vielschichtige Lebenserfahrungen zulassen. „Allzu homogene Lebensentwürfe sind schädlich und hindern daran, etwas Neues zu entwickeln.“

Prinzip Hoffnung bestimmt die Zukunftsforschung

Die Entwicklung stimmt zumindest aus der Vogelperspektive gesehen hoffnungsvoll. Köhler: „Wir filtern generell sehr negative Szenarien heraus, weil sie nicht helfen, die Zukunft zu bewältigen.“ Also Kinder an die Macht! Ob der Einfluss der Kinder auf die Erwachsenen in Ihren Haltungen und Sehnsüchten in unserem Jahrzehnt größer sei als früher, wollte ein Teilnehmer wissen. Gondlach: „Ja, denn es wird immer mehr zugelassen, die Form zu brechen.“ Fratz stimmt zu: „Die Deutungshoheit von Institution, wie man zu leben hat, hat sich verändert bis umgekehrt. Es haben noch nie so viele Menschen am Zeitgeist mitgearbeitet. Das ist ein historischer Moment. Die Jugend hat über das Digitale diese Deutungshoheit gewonnen.“

Wie sind die Auswirkungen auf das Leben in (der) Zukunft? 

Zu den Prognosen zur gesellschaftlichen Entwicklung zählt für Ulrich Köhler – obwohl die Familie an Stellenwert gewonnen hat – der fortschreitende Individualismus in der Gesellschaft. Derzeit verschwinden in den Familien (auch in Coronazeiten) zunehmend traditionelle Strukturen und die damit verbundene Aufmerksamkeit. „Der Wunsch nach Bestätigung wird tendenziell über soziale Netze kompensiert, was aber auch nicht so gut klappt.“ So sind „neue Formen des nicht-physisch Zusammenseins“ gefragt. Der Bedarf wird auch durch eine bei den von migo befragten Kindern überraschend klare Sehnsucht hinsichtlich der Familienorientierung und Nachhaltigkeit deutlich. Hinzu kommt, betont Köhler, coronabedingt das Thema Gesundheit, „der den Deutschen ohnehin wichtigster Wert“. Seit März klopften Konsumenten noch mehr ab, ob Handlungen und Produkte zur Gesundheit betragen. Ein Megatrend!“ Gondlach erkennt wiederum mittel bis langfristig Tendenzen, dass sich zumindest die Zahl der Singlehaushalte reduzieren wird und auch die Individualisierung zu Gunsten von Familienwerten und Zusammenleben auf kleinerem Raum in urbanen Umfeldern wieder abnimmt. 

Und zum Schluss dann doch: Corona, Corona und … nochmal Corona. Wussten Zukunftsforscher Bescheid?

Gewusst haben sie es nicht, aber sie waren auch nicht überrascht. Viele Themen, die bereits vor Corona relevant waren, sind verstärkt worden. Eines ist Nachhaltigkeit. Das Trendbüro, das stets zum Jahresstart die 5 Trends herausgibt, die die kommenden Monate bestimmen, sieht ebenfalls eine Beschleunigung: „Die Filterblase wird dominanter, die Nutzung digitaler Medien intensiver. „Diesen Wandel,“ so Köhler, „können wir relativ genau beschreiben.“

Ein Blick in „Das Zukunftsbuch – Roboter, virtuelle Welten und Insekten zum Mittag“

Wie leben wir im Jahr 2070? Was essen und wie kommunizieren wir? Zukunftsprognosen sind ein Blick in die Glaskugel. Dabei kann es durchaus großen Spaß machen, sich auf eine gedankliche Zeitreise in die Zukunft zu begeben und sich zu überlegen, was alles so passieren könnte. Autor Måns Jonasson entführt auf eine äußerst amüsante Tour durch unser Leben der Zukunft. Seine Vorhersagen, die alle Aspekte des Lebens betreffen, sind mal mehr oder weniger naheliegend, aber immer mit einem optimistisch vorgetragen. So geht es in dem migo Buch um Reisen zum Mars und Mond, smarte Autos, unterwegs mit dem Hyperloop, Insekten zum Mittag, genverändertes Gemüse, Roboter, ewiges Leben, Computerimplantate im Körper, geklonte Haustiere, wiederbelebte Dinosaurier, Roboterärzte, bionische Körperteile und vieles mehr.
https://www.oetinger.de/buch/das-zukunftsbuch/9783968460222
www.migo-fun.de

Kontakt
Mehr Informationen zu Kirstine Fratz, Kai Gondlach, Ulrich Köhler, den Trendverlag migo und „Das Zukunftsbuch“, Interviews mit den Forscher*innen, weitere wunderbare Kinder-Antworten, Bilder und einen Blick in die Kristallkugel gibt’s bei

Boris Udina, wahn&sinnig/HUP, boris.udina@hup.de+49 174 326 11 16


 

Bereits heute die Trends von morgen kennen, um möglichst nachhaltig erfolgreich zu sein – das ist für uns alle unverzichtbar. In diesen Zeiten einfach und bequem natürlich online.

Das Oetinger Corporate Agency Team und der Trendverlag migo veranstalteten am 12. November 2020 ein Online Family Trends Netzwerk-Event. Darin erhielten die Teilnehmer*innen einen wertvollen Ausblick in die Zukunft und lernten neue Trends für die Zielgruppen Kinder und Familien kennen.

Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und kann nachfolgend jederzeit noch einmal angesehen werden.

Das Programm:


Ab 9.30 Uhr: Zeit für die Begrüßung und die Einwahl auf GoToMeeting

Carmen Udina, Programmleiterin migo und Leiterin Oetinger Corporate Agency, und ihr Team sagen Hallo.

Ab 10.00 Uhr: 1. migo Trend- und Zukunftsforscher-Talk
Wie leben wir in 50 Jahren? Wie und was konsumieren, wie reisen wir? Wie können wir mit diesen Prognosen bereits heute neue Ideen gestalten?
Es diskutieren über die Entwicklung der Megatrends in den kommenden Jahrzehnten:

Kirstine Fratz, Zeitgeistforscherin, www.zeitgeistforschung.com,
Kai Gondlach
, Zukunftsforscher, www.kaigondlach.de,
Ulrich Köhler, Managing Director Trendbüro, www.trendbuero.com, und
Carmen Udina, Programmleiterin migo und Leiterin Oetinger Corporate Agency,

Freuen Sie sich auf einen einzigartigen Blick in die Glaskugel und bringen Sie sich bei der Diskussion gerne mit ein. 

Eine Basis ist „Das Zukunftsbuch“ aus dem migo Verlag.

Das Zukunftsbuch | migo Verlag

Die Erkenntnisse matchen wir mit der laufenden migo Umfrage unter Familien, die über ausgesuchte Kindergärten des ASB, unserem Medienpartner Familie & co sowie über eine Aktion mit Radio Teddy die gleichen Fragen gestellt bekommen. Auf die Ergebnisse, die sicher auch bei den Planungen für Ihr Unternehmen eine Rolle spielen, dürfen alle gespannt sein.

Ab 10.45 Uhr: Gemeinsam mit neuen Ideen durchstarten und Kunden gewinnen
Neues von migo und der Oetinger Corporate Agency und wie Sie 2021 profitieren können.

Ab 11.00 Uhr: Kurze Kreativpause – wer möchte, einfach zuhören & genießen
In der kurzen ersten Pause können Sie eine kurze Lesung aus unseren Büchern sowie Produkte aus dem kulinarischen Eventpaket genießen, das wir Ihnen nach Ihrer Anmeldung zusenden.

Ab 11.10 Uhr: Trendvortrag von und mit „Leben & erziehen“-Chefredakteurin Claudia Weingärtner
Welche Themen heute und morgen für Kids & Familien relevant sind plus Diskussion.

Ab 11.45 Uhr: Abschließende Worte von Carmen Udina

12.00 Uhr: Ende der Veranstaltung

Zusammenfassung:

Birgit Jansen (www.buergie.de), ebenfalls Teilnehmerin an unserer digitalen Veranstaltung, hat den Vormittag wunderbar kreativ zusammengefasst. Vielen Dank dafür!

Family Trends 2021: Scribble von Birgit Jansen

© Birgit Jansen, www.buergie.de

Wir bedanken uns bei allen Interessierten, Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich mit uns über die Zukunft und weitere Kinder- und Familienthemen ausgetauscht haben.

Ihr Oetinger CORPORATE AGENCY und migo Team