Hoch oben mittendrin

Oetinger Story Summit 2016

Ein früher Oktobermorgen: Nicht nur die ersten Blätter haben sich schon bunt gefärbt, manche Bäume tragen schon gar keine mehr. Am Himmel hängt eine dicke, graue Wolkendecke. Die Menschen tragen heute zum ersten Mal Schals und Wintermäntel: Der Herbst ist angekommen, das Hamburger Schmuddelwetter kündigt sich an. Was für ein perfektes Wetter, um sich den ganzen Tag im Warmen mit guten Geschichten zu beschäftigen!

Hoch oben mittendrin – das war das Versprechen, dass wir unseren Gästen für unseren ersten Oetinger Story Summit 2016 in der Einladung gegeben hatten. Ein Gipfel der Geschichten sollte es sein: mit viel Zeit für inspirierenden Austausch zum Thema Storytelling für Kinder und vielseitigen Vorträgen.

Das Grundgerüst für die Vorarbeit für erfolgreiches Storytelling erläuterte Michael Adam (StoryDOCKS GmbH), der mit Insights aus Markt- und Zielgruppenforschung die zunehmende Wichtigkeit digitaler Medien bereits für die jüngeren Kinder hervorhob.

Einen gemütlichen Kaffee über den Dächern der Stadt später lud die Kindermedien-Expertin Louise Carleton-Gertsch alle Anwesenden dazu ein, über die Geschichte ihres eigenen Unternehmens nachzudenken. Dass die Darstellungsmöglichkeiten von Stories unwahrscheinlich vielfältig sein können, zeichnete sie – von den Anfängen der Höhlenmalereien der Steinzeit bis hin zur multimedialen App – in ihrer Präsentation nach. Carleton-Gertschs Doppelvortrag, der die Theorie des guten (und schlechten!) Storytellings sammelte, vermittelte lebendig, was eine gute Geschichte ausmachen kann und welche Faktoren stickiness – also das langfristige Hängenbleiben einer Geschichte im Gedächtnis – bewirken können.

Beispiel gefällig? Eine kleine interaktive Aktion des Vortrags forderte das Publikum dazu auf, seine Lieblingsbücher der Kindheit aufzuschreiben und zusammenzutragen. Eine Aufgabe, die die TeilnehmerInnen des Summits zu regen Gesprächen und leuchtenden Augen veranlasste – und die letztendlich zeigte, warum die Klassiker generationenübergreifend im Gedächtnis bleiben. Dass Klassiker wie Das Sams, Paddington Bär oder Die Kinder von Bullerbü mehrfach genannt wurden, ist kein Zufall: ‚Sticky‘ sind ihre starken Charaktere, die liebenswürdig, eigensinnig, klug, aber nicht fehlerfrei sind.

Die aktiv-kreative Seite der Storytelling-Praxis wurde abschließend von Illustratorin Sabine Dully und Autorin Eva Dax alias Dully&Dax beleuchtet. Durch In-Depth-Einblicke in die – sympathisch-persönliche – freie Geschichtenfindung über die Arbeit an Corporate Stories bis hin zur Profilierung bereits bestehender Corporate Charaktere wurde deutlich, wie viel Spaß das Duo an seiner Arbeit hat. Dass aber auch sehr viel Energie und Geduld aufgebracht werden muss, um aus einer tollen Idee ein wirklich überzeugendes Endprodukt zu machen, verstand sich dabei fast von selbst.

Die vielen Facetten des Geschichtenerzählens und -erschaffens aus Sicht der praxiserprobten Experten eröffneten uns allen eine neue Perspektive. „Richtig inspirierend“, lobten viele, und bezogen sich damit nicht nur ausschließlich auf die Vorträge. „Die Atmosphäre hier ist einfach toll“, war man sich einig, und das schlug sich letzten Endes auch beim entspannten Zusammensein zwischen den Vorträgen und nach dem offiziellen Teil des Tages nieder: Bei Kaffee, Kuchen, Häppchen und großem Buffet zum Abendessen durfte nach Herzenslust geschlemmt und sich ausgetauscht werden – mit grandiosem Blick auf die Alster, hoch oben mittendrin. Wir freuen uns aufs nächste Mal!